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1942 wurde bei Katzen mit Husten, Nasen und Augenausfluß ein Erreger isoliert, der zunächst für einen Virus gehalten wurde. Es handelte sich um Chlamydia Psittaci.
Die Krankheitsdauer beträgt etwa 1 Monat. Die Erkrankung führt zu Fieber, Schwäche, Niesen, Husten und Augenausfluß und ist hochansteckend. Bei Infektionen kann auch eine milde Gastritis(Magenschleim-hautentzündung) auftreten.
Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) beträgt 5 10 Tage. Die Erregerübertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektionen. Das Leitsymptom der felinen Clamydiose ist eine Conjuktivitis (Augenentzündung). Sie beginnt meistens zunächst einseitig. Schleimigeitriger Augenausfluß kann beobachtet werden. In der Regel ist nach 5 7 Tagen auch das andere Auge betroffen. Die Cornea (Hornhaut des Auges) ist nicht in das Krankheitsgeschehen eingeschlossen. Die Enzündung kann über mehrere Tage bis Wochen bestehen bleiben. Bleibt sie unbehandelt, treten nach einiger Zeit Spontanheilungen auf, allerdings kommt es dann meistens nach 10 14 Tagen zu Rückfällen. Latente (nicht hervortretende Infektionen) und die lange Ausscheidungsdauer führen zur Verseuchung ganzer Zuchtbestände.
Chlamydia-Psittaci-Infektionen kommen am häufigsten bei Katzen vor, die älter als 5 Wochen, aber jünger als 9 Monate sind. Wahrscheinlich verhindern mütterliche Antikörper eine Infektion zu einem früheren Zeitpunkt. Entgegengesetzt festgestellt müssen vor allem die feline virale Rhinotracheitis (Herpesviren) und die felinen Calicivirusinfektionen abgetrennt werden. Ulcera (Geschwüre) der Zunge und am harten Gaumen sind das Leitsymptom der Calicivirusinfektion und kommen bei der felinen Chlamydiose praktisch nicht vor. Feline Herpesviren führen häufig zu einer Keratitis, ein für Caliciviren oder Chlamydien untypisches Symptom.
Immer wieder wird über "Impfdurchbrüche" geklagt. Katzen werden mit den im Handel erhältlichen Katzenimpfstoffen gegen Schnupfen geimpft und erkranken trotzdem. Insbesondere hört man das immer wieder von Tierärzten, die Zuchtbestände und Tierheime betreuen. Wurde in solchen Fällen die Möglichkeit einer Chlamydieninfektion des Bestandes in Betracht gezogen?
Therapie
In der Regel sind Chlamydien gegenüber Tetrazyklinen empfindlich. Um Rückfälle zu vermeiden bzw. Zuchtbestände zu sanieren, ist eine mindestens 2wöchige bzw. 4wöchige Behandlung notwendig. Aber auch trotz einer Tetrazyklinbehandlung sind Rückfälle häufig. Eine natürliche Immunität nach einer überstandenen Infektion ist nur von relativ kurzer Dauer.
Bisher konnte nur mit Lebendimpfstoffen eine ausreichende Schutzwirkung gegenüber ChlamydiapsittaciInfektionen der Katze erreicht werden. Die Impfung wurde nebenwirkungsfrei von allen Tieren toleriert. Die Immunität mit dem Impfstoff dahycat Chlamydia dauert etwa 1 Jahr an.
Elisabeth Weber
(Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung dem Russisch Blau Rassekatzenjournal entnommen)
Übrigens: Mit Chlamydien hat es mehr auf sich, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Chlamydia psittaci ist der verursachende Mikroorganismus in bis zu 20 % aller Krankheiten der oberen Luftwege bei Katzen. Wenn nicht ebenfalls gezielter Schutz gegen Chlamydia psittaci verabreicht wird, kann kein Impfprogramm als vollständig angesehen werden.
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